Website-Relaunch-Checkliste: 19 Punkte, damit nichts verloren geht
Die Website-Relaunch-Checkliste mit 19 Punkten in 4 Phasen: Bestandsaufnahme, Planung, Umsetzung, Umstellung. Jeder Punkt nennt die Falle, die er verhindert.
Die Website-Relaunch-Checkliste mit 19 Punkten in 4 Phasen: Bestandsaufnahme, Planung, Umsetzung, Umstellung. Jeder Punkt nennt die Falle, die er verhindert.
Ein Website-Relaunch ist wie ein Umzug bei laufendem Betrieb: Das neue Zuhause soll schöner werden, aber die Post muss ankommen, die Kunden müssen Sie finden, und nichts Wertvolles darf im alten Keller vergessen werden. Genau dafür ist diese Liste. Sie funktioniert für Sie als Betreiber genauso wie als Kontrollwerkzeug gegenüber Ihrer Agentur: Haken Sie ab, was erledigt ist, und fragen Sie nach, wo es keinen Haken gibt.
Bevor Sie in die einzelnen Punkte einsteigen, lohnt ein Blick auf die vier Phasen im Ganzen. Sie bauen aufeinander auf, und die Reihenfolge ist kein Zufall. Erst erfassen Sie in Ruhe, was heute steht. Dann planen Sie, was damit geschieht. Erst danach wird gebaut, und ganz am Ende umgestellt und kontrolliert. Jede Phase schützt die Arbeit der vorherigen. Wer eine Phase überspringt, spart ein paar Tage und riskiert Monate. Die folgenden Abschnitte führen der Reihe nach durch alle vier, jeweils mit dem Kontext, warum sie zählt, und der konkreten Punkte-Liste zum Abhaken.
Ein Relaunch fühlt sich an, als beginne er mit dem Design. In Wahrheit beginnt er mit einer ehrlichen Inventur. Die meisten Websites sind über Jahre gewachsen, Seite für Seite, oft ohne dass jemand die vollständige Landkarte im Kopf hat. Manche Seite entstand für eine längst beendete Aktion, eine andere bringt still die meisten Anfragen, ohne dass es im Menü auffällt. Die Bestandsaufnahme ist unspektakuläre Arbeit mit einer Tabelle, und genau diese Arbeit schützt den Wert Ihrer Seite. Bevor der erste neue Entwurf entsteht, wollen Sie drei Listen in der Hand halten: jede Seite, die es gibt, jede Seite, die bei Google erscheint, und jede Seite, die zu Anruf oder Formular führt. Zusammen sagen diese drei Listen, was den Umzug überleben muss, ganz gleich wie die neue Seite später aussieht. Diese Arbeit kostet oft nur wenige Stunden, und sie ist die günstigste Versicherung im ganzen Projekt.
☐ 1. Alle Seiten der alten Website auflisten. Jede URL, auch die vergessenen. Die Falle: Seiten, die niemand auf dem Zettel hat, verschwinden beim Umzug kommentarlos, samt ihrer Rankings.
☐ 2. Erfassen, was heute rankt und Besucher bringt. Die Google Search Console zeigt kostenlos, welche Seiten für welche Suchen erscheinen. Die Falle: Ohne diese Liste schützen Sie im Zweifel die falschen Seiten.
☐ 3. Anfrage-Quellen notieren. Welche Seiten bringen Anrufe und Formular-Anfragen? Die Falle: Eine unscheinbare Leistungsseite ist oft der stille Umsatzbringer und fliegt beim Neustart raus.
☐ 4. Zugänge sichern. Domain, Hosting, CMS, Analytics. Die Falle: Der Relaunch stockt wochenlang, weil ein Passwort beim Ex-Dienstleister liegt.
Design ist sichtbar, Planung ist es nicht. Deshalb wird die Planung gern übersprungen und das Design bekommt den Applaus. Diese Reihenfolge ist verkehrt herum. Sobald Sie wissen, was Sie haben, entscheidet der Plan, was damit geschieht: welche Seiten bleiben, welche zusammengelegt werden, welche in Rente gehen und vor allem, wohin jede alte Adresse danach zeigt. Der Weiterleitungs-Plan ist das Rückgrat des ganzen Projekts. Eine Seite, die jahrelang gute Platzierungen trug, hat dieses Vertrauen an eine bestimmte Adresse gebunden. Ändert sich die Adresse ohne Wegweiser, folgt das Vertrauen nicht, es verpufft. Planung heißt außerdem, für jede wichtige Seite den Suchbegriff festzulegen und die heutigen Zahlen zu notieren. Nur so lässt sich später eine echte Verbesserung von einem guten Gefühl unterscheiden. Wer diese Phase gründlich macht, spart in der Umsetzung Zeit, weil jede Entscheidung schon getroffen ist.
☐ 5. Neue Seitenstruktur festlegen, bevor gestaltet wird. Welche Seiten bleiben, welche werden zusammengelegt, was kommt neu? Die Falle: Design zuerst führt zu hübschen Seiten ohne Plan, wohin die alten Inhalte sollen.
☐ 6. Weiterleitungs-Plan schreiben: jede alte Adresse bekommt ein neues Ziel. Das ist der wichtigste Punkt der ganzen Liste. Die Falle: Ohne diesen Plan landen Besucher und Google auf Fehlerseiten, und die über Jahre aufgebauten Rankings verfallen.
☐ 7. Inhalte sichten statt wegwerfen. Gute Texte werden überarbeitet und mitgenommen, nicht ersetzt, weil sie alt aussehen. Die Falle: Mit dem alten Text verschwindet das Ranking, das er trug.
☐ 8. Suchbegriffe je Seite festlegen. Jede wichtige Seite bekommt eine klare Suchintention in der Sprache der Kunden. Die Falle: Seiten „für alle" ranken für nichts.
☐ 9. Messlatte definieren. Ladezeit, Anfragen pro Monat, Rankings der wichtigsten Begriffe vor dem Relaunch notieren. Die Falle: Ohne Vorher-Werte lässt sich Erfolg oder Schaden nachher nicht beurteilen.
Jetzt wird gebaut, und hier lockt der Geschmack die meisten vom Weg ab. Die Fragen, die in dieser Phase zählen, lauten nicht „ist es schön", sondern „ist es schnell, funktioniert es am Handy und fragt jede Seite noch nach dem nächsten Schritt". Die meisten Besucher kommen auf einem kleinen Bildschirm an, deshalb ist die Handy-Ansicht die eigentliche Ansicht und der große Bildschirm die Zugabe. Tempo ist kein Luxus: Eine langsamere neue Seite kann hinter die alte zurückfallen, die sie ersetzt. Und die fertigen Seiten müssen weiter die Arbeit der alten erledigen, aus einem Leser eine Anfrage machen. Für die Augen von Google bauen heißt zugleich, die Baustelle bis zum Livegang aus dem Suchindex herauszuhalten. Schönheit ist willkommen, aber sie kommt in dieser Phase nach Tempo, Bedienbarkeit und dem klaren nächsten Schritt.
☐ 10. Mobil zuerst bauen und testen. Die meisten Besucher kommen vom Handy. Die Falle: Am großen Bildschirm abgenommen, am Telefon unbrauchbar.
☐ 11. Ladezeit unter zwei Sekunden anpeilen. Bilder komprimieren, Ballast weglassen. Die Falle: Die neue Seite ist schöner, aber langsamer als die alte, und fällt zurück.
☐ 12. Jede Seite mit klarem nächsten Schritt. Anfrage, Anruf, Rechner: sichtbar und einfach. Die Falle: Der Relaunch wird schöner, aber die Anfragen werden nicht mehr.
☐ 13. Meta-Titel und Beschreibungen je Seite pflegen. Das ist Ihr Schaufenster im Suchergebnis. Die Falle: Automatisch generierte Titel verschenken Klicks.
☐ 14. Die neue Seite vor dem Livegang für Google unsichtbar halten. Testumgebungen gehören nicht in den Index. Die Falle: Google findet die Baustelle und wertet doppelte Inhalte.
Der Wechsel selbst dauert einen Tag, doch die Phase endet dort nicht. Am Umstellungstag geht der Weiterleitungs-Plan endlich live, und der einzige Weg, ihm zu trauen, ist ihn von Hand zu prüfen. Formulare, Telefon-Links und die Messung brauchen je eine echte Anfrage und einen echten Anruf zum Beweis, denn ein kaputtes Formular versagt lautlos und nimmt wochenlang Anfragen mit. Danach kommt der Teil, den die meisten Projekte auslassen: das Beobachten. In den ersten Wochen nach dem Livegang schwanken die Platzierungen und Fehlerseiten tauchen auf, während Google die neue Struktur neu lernt. Das ist normal und kein Grund zur Panik, solange Sie es sehen. Die Search Console zeigt beides. Kleine Umzugsfehler sind in Woche eins günstig zu beheben und im dritten Monat teuer zu entdecken. Genau deshalb gehört die Nachkontrolle fest zum Relaunch und nicht in die Kategorie „machen wir, wenn Zeit ist".
☐ 15. Weiterleitungen am Umstellungstag scharf schalten und stichprobenartig testen. Die zehn wichtigsten alten Adressen von Hand aufrufen. Die Falle: Der Plan aus Punkt 6 existiert, wurde aber nie eingespielt.
☐ 16. Suchmaschine informieren. Neue Sitemap in der Search Console einreichen. Die Falle: Google braucht ohne Hinweis unnötig lange, die neue Struktur zu verstehen.
☐ 17. Formulare, Telefon-Links und Tracking live testen. Einmal selbst anfragen, einmal selbst anrufen. Die Falle: Wochenlang gehen Anfragen ins Leere, und niemand merkt es.
☐ 18. Vier Wochen lang Rankings und Fehlerseiten beobachten. Die Search Console zeigt beides. Die Falle: Kleine Umzugsfehler bleiben unentdeckt, bis sie große Löcher gerissen haben.
☐ 19. Nach acht Wochen gegen die Messlatte aus Punkt 9 prüfen. Rankings gehalten? Anfragen gestiegen? Die Falle: „Sieht gut aus" ersetzt die ehrliche Bilanz.
Drei Fehler verursachen den größten Teil des Schadens, und alle drei kosten am Ende bares Geld statt nur Nerven. Wer sie kennt, erkennt sie im eigenen Projekt rechtzeitig.
Erstens, der vergessene Weiterleitungs-Plan. Das ist der teuerste Fehler von allen. Die neue Seite ist schön, die alten Adressen führen ins Leere, und über Nacht verschwinden Platzierungen, die über Jahre entstanden sind. Besucher, die einen alten Link anklicken, landen auf einer Fehlerseite und sind wieder weg, bevor sie Ihre neue Startseite je gesehen haben. Wer diesen Punkt ernst nimmt, verliert beim Umzug fast nichts. Wer ihn übergeht, baut sein Ranking von vorne auf, und das kann viele Monate dauern.
Zweitens, der Neubau ohne Bestandsaufnahme. Wer nicht weiß, welche Seiten heute Anfragen bringen, wirft im Zweifel die falschen weg. Die unscheinbare Leistungsseite ohne schönes Bild, die seit Jahren still Anrufe erzeugt, fällt dem Wunsch nach einem frischen, aufgeräumten Menü zum Opfer. Der Schaden zeigt sich erst Wochen später, wenn die Anfragen ausbleiben, und dann ist die Ursache schwer zu finden. Eine halbe Stunde mit der Search Console am Anfang verhindert genau das.
Drittens, der Livegang ohne Nachkontrolle. Die Seite ist online, alle sind erleichtert, niemand schaut mehr hin. Genau in diesen Wochen entstehen die stillen Löcher: ein Formular, das nicht ankommt, eine Weiterleitung, die fehlt, eine Handvoll Seiten, die aus dem Index gefallen sind. Sichtbar wird das oft erst, wenn ein Kunde anruft und sagt, er habe dreimal geschrieben und nie eine Antwort bekommen. Vier Wochen aufmerksames Beobachten kosten fast nichts und fangen fast alles ab.
Ein Relaunch ist gelungen, wenn die neue Seite stärker startet, als die alte aufgehört hat. Nicht, wenn sie nur schöner aussieht.
Ein Relaunch ist Teamarbeit, und die Aufteilung ist einfacher, als viele denken. Ein großer Teil der Liste braucht Sorgfalt, kein Spezialwissen, und liegt am besten bei Ihnen als Betreiber. Ein kleinerer, technischer Teil ist Handwerk und gehört in geübte Hände.
Was gut bei Ihnen liegt. Sie kennen Ihr Geschäft und Ihre Kunden besser als jede Agentur. Die Bestandsaufnahme in Phase 1 profitiert von diesem Wissen: Sie wissen, welche Leistung sich verkauft und welche Seite oft in Gesprächen genannt wird. Auch die Entscheidung, welche Seiten bleiben und welche gehen, und die Frage, in welcher Sprache Ihre Kunden suchen, beantworten Sie am ehrlichsten. Und die einfachen Endkontrollen in Phase 4, einmal selbst anfragen und einmal selbst anrufen, sollten Sie ohnehin selbst machen, denn Sie merken sofort, wenn sich etwas falsch anfühlt.
Was besser eine Agentur übernimmt. Den Weiterleitungs-Plan technisch sauber einspielen, die Seite mobil und schnell bauen, die Meta-Angaben sinnvoll setzen, die Baustelle aus dem Index halten und nach dem Livegang die Search Console lesen: Das ist Handwerk, bei dem Erfahrung Fehler verhindert, die im Nachhinein teuer werden. Wenn Sie diesen Teil abgeben, geben Sie nicht die Kontrolle ab. Diese Liste ist genau das Werkzeug, mit dem Sie prüfen, ob sauber gearbeitet wurde: Haken Sie ab, was erledigt ist, und fragen Sie freundlich nach, wo der Haken fehlt.
Nicht, wenn Phase 1 und Punkt 6 ernst genommen werden: erst erfassen, was rankt, dann jede alte Adresse sauber auf ihr neues Ziel weiterleiten. Die Rankings folgen der Weiterleitung, wenn der neue Inhalt die Suche weiter gut beantwortet.
Das hängt vom Umfang ab: Seitenzahl, neue Texte, Technik. Eine ehrliche Aufschlüsselung mit Preisspannen steht in unserem Ratgeber Was kostet ein Website-Relaunch, die Kurzfassung: bei uns ab 2.500 € zum Festpreis, Details auf Webdesign-Kosten.
Je nach Umfang meist vier bis acht Wochen. Die alte Website bleibt bis zur Umstellung normal erreichbar, der Wechsel selbst passiert an einem Tag, danach beginnt die Beobachtungsphase.
Die Phasen 1, 2 und 4 weitgehend ja, sie brauchen Sorgfalt, kein Spezialwissen. Phase 3 und die technische Umstellung sind Handwerk. Wenn Sie das abgeben wollen: Genau dafür gibt es unsere Website-Relaunch-Agentur, inklusive des kompletten Weiterleitungs-Plans.
Ein Relaunch scheitert selten am Geschmack und fast immer an vergessenen Punkten. Mit dieser Liste vergessen Sie keinen: erfassen, planen, sauber bauen, kontrolliert umstellen. Wenn Sie vor einem Relaunch stehen und wissen wollen, was Ihre heutige Website zu verlieren und zu gewinnen hat, macht unser kostenloser Website-Check in 48 Stunden genau diese Bestandsaufnahme für Sie.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026